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Erlenis und Individualreisen durch Südamerika von und mit Markus Mathys
Reiseberichte aus Südamerika
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  Reisedokumentation der ersten Pura Vida Costa Rica Tour / Karibikteil  
Fotos und Text © Markus Mathys 2002
Und schon geht's auf den zweiten Teil unserer Reise durch Costa Rica. Nach langem hin und her entscheide ich mich, den Ausflug nach Tortugero selber zu organisieren, was keine Minute bereut wird. Mit dem Bus geht's von San José nach Limon in den karibischen Teil Costa Ricas.
Zuerst durch eine atemberaubende Berglandschaft mit dichtem Regen und Nebelwald bewachsen, später durch gewaltige Bananenplantagen. Weiter mit einem Taxi von Busterminal in Limon an den Hafen wo die Boote nach Tortugero schon warten. Mit ein paar ernsten Worten ist ein Capitano bereit, uns mit auf die Reise nach Tortugero zu nehmen.
Die Fahrt da rauf nach Tortugero ist wirklich nicht leicht zu beschreiben. Kurz gesagt traumhaft schön, 80 km Kanalfahrt Richtung Norden stehen bevor, parallel zur Küste zum Teil auf Flüssen die aus den Bergen da ins karibische Meer münden und zum Teil auf künstlich erstellten Kanälen. In einer tropischen Landschaft, wie sie kaum schöner sein könnte, tuckern wir nun Tortugero entgegen. Vorbei an Königspalmen, wilden Bananenstauden, Bäumen voll mit Vögel ab und zu zeigen sich Affen in deren Kronen.
Auf nach Tortugero  
Auf Wasserpflanzen spazieren elegant Blatthühnchen ohne nasse Füsse zu bekommen von Blatt zu Blatt. Ins Wasser gestürzte Bäume werden von Wasserschildkröten für ein Bad in der Sonne genutzt.
Auf Sandbänken mit offenem Maul Krokodile in der Sonne, von nun an sind Hände und Füsse von Ruth und Susanne nicht mehr im Wasser. Schmetterlinge in allen Grössen und Farben kreuzen unseren Weg, zu meinem Erstaunen und Freude auch der blaue Morfos, einer der schönsten Schmetterlinge dieser Welt, das Blau seiner Flügel blickt in der Sonne, dass es eine wahre Freude ist! Manuel unser Capitano macht die Fahrt mit seinen Geschichten rund um das Leben im und am Kanal zu einem echten Erlebnis, dass wir wohl kaum in einem der kostspieligen Hotelbooten der Reisebüros in San José, eingepfercht mit 30 anderen erleben durften.
 
Kanal nach Tortugero / Costa Rica  
Wie nun Tortugero mit seinen Häusern erreicht ist, ist uns Manuel bei der Suche nach einer Unterkunft behilflich, denn für mich ist es auch der erste Besuch hier in Tortugero. Miss Miriam ,so nennt sie sich, beherbergt, bekocht und kommt mit uns auf die nächtliche Schildkrötensuche für was wir ja eigentlich gekommen sind.
Doch um ehrlich zu sein, war nur schon die Anfahrt hier rauf so schön, dass wenn wir jetzt Pech haben mit den Schildkröten, dies nur halb so schlimm wäre.
Doch das Glück steht weiterhin auf unsere Seite, zwar nicht mit dem Wetter, wie es um 8 Uhr abends los geht mit der Schildkrötensuche öffnet der Himmel all seine Schleusen, die Regenschirme in unseren Händen verzögern das Nasswerden ungefähr ganze 3 Minuten.
Die Region wird ihrem Ruf als eine der 10 regenreichsten Orte der Welt vollends gerecht. Nach etwa 45 Min. laufen am Strand entdeckt Miriam eine Spur im Sand, es muss gewartet werden. Mit einer roten Lampe, da die Schildkröten durch Rotlicht nicht gestört werden, geht Miriam der Spur nach, nach kurzem hat sie den Urheber entdeckt, eine etwa 1,20m. lange, grosse Meeresschildkröte.
Sie ist daran ein ca. 80 cm tiefes rundes Loch in den weichen Sand zu graben. Mit etwas Abstand warten wird geduldig im Regen bis sie damit fertig ist, da ein Stören zu diesem Zeitpunkt die Schildkröte zum Verlassen des Strandes verleiten könnte, dies ist natürlich nicht unser Ziel.
Miriam erzählt das diese Tiere bis zu 200 Jahre alt werden können, alle Jahre zwischen Juli und Oktober kommen sie hier nach Tortugero an den Strand um ihre Eier im weichen Sand zu vergraben. Zum Erstaunen kommen die Schildkröten von sehr weit her immer wieder zurück, viele kämen von Mexiko oben runter. Miriam winkt mit der Lampe, dass sie mit ihrem Loch fertig sei und damit begonnen habe Eier zu legen.
Wie in Hypnose liegt die Schildkröte auf ihrem Loch. Mit der Hand legt Miriam hinten beim Schwanz den Blick ins Loch frei. So kann man sehen wie ein Ei nach dem Anderen ins Loch kullert. Als nach etwa 30 Min. alle 100 bis 120 Eier gelegt im Loch sind beginnt die Schildkröte das Loch vorsichtig zu verscharren, schnaufend geht's anschliessend wieder zurück ins weite, karibische Meer. Mit etwas Glück wird sie in 4 bis 5 Jahren zurück nach Tortugero kommen, um ihre Eier im Sand zu vergraben und damit einer weiteren Generation das Leben schenken.
Ich hoffe das dieses Naturschauspiel noch lange Zeit zu sehen ist und diese ganz spezielle Tierart vor dem Aussterben gerettet werden kann, hier in Tortugero wird viel dafür getan. Am Morgen wartet Manuel schon auf uns am Kanal so geht's heute ganz in den Süden der karibischen Küste Costa Ricas.
Zuerst mit unserem Capitano Manuel nach Puerto Limon, per Bus weiter nach Manzanillo am Ende der Strasse. Hier übernachten wir eine Nacht, um am nächsten Morgen ein Schiff zu bekommen, das uns auf die Urwaldfarm eines US-Amerikaners bringen soll.
Was auch passiert mit der nötigen Portion Geduld, wie es sich für die Karibik halt eben gehört.
 
Punta Mona / Biofarm im Dschungel  
Auf der Orcanicel Farm, eine Art Biofarm für tropische Früchte und Pflanzen, auf Punta Mona angekommen, beziehen wir erstmal unsere Betten im Massenlager der Farm. Dieser Ort hier ist nun wirklich am Ende der Welt und nur per Boot übers offene Meer oder durch einen mehrstündigen Fussmarsch durch den Dschungel zu erreichen.
Die Farm wurde vor 7 Jahren gegründet mit dem Ziel auf biologische Art und Weise tropische Früchte und Pflanzen zu züchten.
Für zwei Tage gibt's hier Bananen frisch von der Staude, Kokosnüsse direkt ab Palme, die Ananas wachsen wie Kartoffel in der Schweiz.
 Salat von Bäumen, fast alles was serviert wird kommt direkt frisch aus dem Garten oder aus dem Meer gleich um die Ecke. Ein echtes Naturparadies kaum mit Worten zu beschreiben, wo sich am zweiten Tag unseres Aufenthaltes, wie es sich eben fürs Paradies gehört, eine Schlange in den Garten Eden verirrt, was für einige Aufregung sorgt, doch der ungebetene Gast ist nicht giftig und nach einer halben Stunde im Sack gefangen.
So kehrt wieder Ruhe ein im Paradies. Kurz vor dem Eindunkeln bestaunen wir wie frisch geschlüpfte Meeresschildkrötchen den Weg ins Meer suchen. Eine von ihnen fällt aus versehen in einen Fussabdruck im weichen Sand von mir.
Hilflos krabbelt das kleine Ding in dieser Fallgrube, doch schnell ist per Hand ein Notausgang geschaffen und der Weg ins offene Meer ist frei.
Mit Glückwünschen auf ein langes und glückliches Schildkrötenleben in den Weltmeeren dieser Erde, verschwindet sie in den weissschäumenden Wellen der Karibik.
 
Hibiskus  
Für uns heisst es langsam aber sicher Abschied nehmen von diesem Garten Eden. Für die zwei letzten Tage im karibischen Teil Costa Ricas ist das Dorf Cauhita Feriendomizil, nochmals baden, ausschlafen und einfach nichts machen, bevor es zurück nach San José geht.
Einkaufen und endgültig Abschiednehmen von Costa Rica lautet das Motto am letzten Tag in San José. Zum Abschiedsessen geht's in ein ganz spezielles Restaurante, weit oben über San José.
Ram Luna nennt sich dieses wohl exklusivste Restaurant weit und breit. Bei einer traumhaften Aussicht auf das nächtliche San José gehen drei wundervolle Wochen dem Ende entgegen.
Für Ruth und Susanne beginnt die Heimreise in die Schweiz, für mich geht's weiter nach Peru, Bolivien und Chile, wo die Andenreise wartet. Zum Schluss möchte ich mich bei allen bedanken für die tolle Unterstützung, die ich in Costa Rica bekommen habe.
Ohne die tatkräftige Mithilfe, wäre es mir nie möglich gewesen, all dies zu einer dreiwöchigen Rundreise zusammenzustellen.

Vielen recht herzlichen Dank                                                  Markus Mathys

 
 
 
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Markus Mathys
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